Der Ursprung des Schuldendilemmas

<<< ZURÜCK

Wer das finanzpolitische Gebahren des Stadtberger Stadtrats und die kommunalpolitischen Entwicklungen Stadtbergens in den letzten 20 Jahre betrachtet, wird feststellen, dass es ein ewiges Auf und Ab ohne konsequente Sachentscheidungen zur Sanierung der schon immer durch die Flächenarmut Stadtbergens bedingten mangelnden, finanziellen Leistungungskraft unserer Stadt war.

schuldenvergleich_78_12

Quelle: Statistisches Landesamt

Nicht etwa, dass nichts versucht worden wäre oder der Wille des Stadtrats dafür in Gänze gefehlt hätte. Aber ein jedes Mal wenn dann wieder Gelder verfügbar waren, wurden diese für orts- und großstädtebauliche Träumereien und Visionen“ verlebt.
Was dann wiederkehrend übrig blieb, war das bekannte und bewährte Durchgewurstel nach dem Motto „Weiter so“ und der Trost, dass es ja viele, andere Kommunen auch so machen. Und nicht zu vergessen, das wenig zielführende Abstottern der Schulden mit sehr hohen Zinslasten.

  1. Der von einem englischen Stararchitekten für rund 23 Millionen Euro gebaute Bürgersaal ist als seinerzeit angedachtes, neues Stadtzentrum Stadtbergens mit einer Gaststätte und großzügigen Vorplatz nur eines von zahlreichen Beispielen.
  2. Nach anfänglicher Euphorie kann der Bürgersaal heute wegen einer erfolgreichen Lärmschutzklage von Anwohnern per Gerichtsbeschluss nur noch für 15 Großveranstaltungen pro Jahr genutzt werden. Das jährliche Defizit betrug/beträgt rund 200.000,00 Euro/Jahr und die von der Stadt verpachtete Gastwirtschaft wirkt gleichermaßen die meiste Zeit verwaist.

Mit einer derartigen Grundgesinnung rief der ehemalige Bürgermeister Dr. Ludwig Fink während der sommerlichen Sitzungspause des Stadtberger Stadtrats im September 2010 den Bau einer im Gremium vage vorbesprochenen Sporthalle mit 1000 Besucherplätzen und Gymnastikraum am Standort Panzerstraße aus. Auslöser dieses Alleingangs war für unseren sportbegeisterten, ehemaligen Bürgermeister der Aufstieg der BG Leitershofen/Stadtbergen in die zweite Basketball-Bundesliga.

AZ 08.09.2010 – Ein Ja zur Dreifach-Turnhalle

Statt dem ursprünglichen Vorhaben des Stadtrats, die in die Jahre gekommene Osterfeldhalle durch neue eine Dreifach-Schulturnhalle für ca. 2,5 Millionen Euro zu ersetzen, verbreiteten sich nun die Vision von einer Sportstadt Stadtbergen und einer bundesligatauglichen Eventarena. Dass bei dem präferierten Standort Panzerstraße eine zweite Schulturnhalle an der Parkschule erforderlich gewesen und dass an der Panzerstraße wegen der Entfernung zur Schule auf Fördergelder des Freistaates Bayern für den Schulturnhallenbau in Millionenhöhe verzichtet worden wäre, spielte bei dem damaligen Vorpreschen des Bürgermeisters keinerlei Rolle.

Dies alles entwickelte sich 2010 vor dem Hintergrund einer Schuldenlast von rund 15 Millionen Euro, einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1.000,00 Euro pro Einwohner und wenig rosigen Prognosen des Stadtkämmerers.

AZ 08.09.2010 – Einkommenssteuer sprudelt spärlicher
AZ 20.02.2010 – Schon jetzt ein sorgenvoller Blick in die Zukunft

<<< ZURÜCK

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s