„Lottogewinn“, Tafelsilber und Schulden

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Wie viele andere Kommunen hatte uch Stadtbergen in früheren Zeiten eine durch die ländliche Prägung bedingte, schwache Finanzkraft. Die Nähe zu Augsburg brachte wenig, da mit dem amerikanischen Truppenübungsplatz im Hintergrund, keiner in den sogenannten „Panzerkessel“ ziehen wollte. Dies änderte sich erst mit Abzug der Amerikaner, als der natürliche Wohnwert unserer Stadt und die Nähe zu den westlichen Wäldern positiv in den Vordergrund treten konnten.

Der Sechser im Lotto oder der Ursprung des Tafelsilbers
In dieser Ära tat sich wie ein Lottogewinn für unsere Stadt die Chance auf, mit der Auflassung

  • des Truppenübungsplatzes und
  • der amerikanischen Siedlung Cramerton,

große Grundstücksflächen in

  • Deuringen, am
  • Fryar Cirle West und
  • drei Wohnblöcke an der Polkstraße

zum „Discoutpreis“ von der Bundesvermögensverwaltung zu kaufen.
Dieser Grunderwerb wurde sinnvollerweise beschlossen vom Stadtrat und der Kauf kreditfinanziert vorgenommen.

Seit diesem Glücksfall gibt es das vielzitierte Stadtberger Tafelsilber, das wie aktuell beschlossen in großen Teilen für die Finanzierung der Mehrzweckhalle herangezogen werden soll. Dieses wäre soweit auch legitim, da Kommunen kein Vermögen anhäufen sollen. Doch bei näherer Betrachtung wurden die Kredite für das Tafelsilber nie abgezahlt, sondern fortwährend durch andere Kredite für verschiedenste Pflichtaufgaben der Stadt (Kindergärten, Hochwasserschutz etc.) quasi ersetzt.
Als Folge dieser „Augenwischerei“ hat Stadtbergen auch heute noch hohe Millionenschulden.

Wege aus der Schuldenkrise
Würde beispielsweise das Stadtberger Tafelsilber mit einem Wert von rund 20 Millionen Euro heute verkauft, wäre unsere Stadt vollständig entschuldet und hätte sogar mit einen hohen Überschuss vom circa 10 Millionen Euro. Zwar hat in diesen langen Jahren keiner im Stadtrat im Sinne einer Renditerechnung die hohen Sollzinszahlungen gegengerechnet.
Doch dieses schmälert nur rechnerisch den Gewinn und würde die Freude über den hohen Erlös nicht trüben.

Mit den nach Rückzahlung aller Kredite ersparten Zinsen im Umfang von 700.000,00 Euro/Jahr (= 7 Millionen Euro/10 Jahren) wäre das alljährlich wiederkehrende Stadtdefizit zumindest auf 1,8 Millionen Euro/Jahr reduziert und mit der halbwegs prall gefüllten Kasse könnte der künftige Stadtrat für rund sechs Jahre unser Stadtbergen auch weiter schuldenfrei halten.

Warum nur sechs Jahre?
Stadtbergen gibt seit langem jährlich über 2 Millionen Euro/Jahr mehr aus, als es einnimmt. Das heißt, dass klar erkennbar strukturelle Probleme auf der Einnahmenseite bestehen und mindestens 2 Millionen Euro/Jahr zu wenig eingenommen werden.

Dieser Problemkreis muss dringendst gelöst werden. Deshalb wären die 10 Millionen Euro in der Kasse für Stadtbergen erkaufte Zeit, um diese weit größeren Probleme der Stadt auf der Ausgabenseite kraftvoll, zügig und zielführend anzugehen.

Und warum handelt der Stadtrat nicht?
In unserem Stadtrat sind erfolgreiche Geschäftsführer, Unternehmer, Unternehmerinnen, eine renommierte Wirtschaftprofessorin, leitende Regierungsbeamte, eine anerkannte Zahnärztin, erfolgreiche Juristen, ein ehemaliger Schulleiter, davon neuerdings 3 Landtagsabgeordnete und nicht zuletzt auch Häuslebauer wie z.B. ich, die tagtäglich zeigen, dass sie auch mit teils sehr hohen Geldbeträgen gewinnbringend wirtschaften können.

Warum sie dieses nicht auch mit Steuergeldern tun, bleibt ein Rätsel.

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